Stellungnahme zum Fall «Carna Grischa»

Communiqué de presse, lundi 24 novembre 2014

Als betroffener Kunde von Carna Grischa nehmen die ZFV-Unternehmungen zu den aktuellen Betrugsvorwürfen an die Adresse des Bündner Fleischlieferanten Stellung. Der ZFV hat die Lieferungen von Carna Grischa gestoppt und die Geschäftsbeziehung beendet. Aufgrund des praktizierten Mehrlieferantensystems haben neun von 153 ZFV-Betrieben im laufenden Jahr Waren bei Carna Grischa bezogen. Rechtliche Schritte gegen Carna Grischa sowie die Verschärfung der bestehenden Fleischkontrollen werden überprüft.

Im Sonntagsblick vom 23. November 2014 wurde ein Artikel über den Fleischlieferanten Carna Grischa aus Landquart publiziert. Dieser hat aufgedeckt, dass Carna Grischa nicht korrekt deklariertes Fleisch verkauft hat. Mittlerweile wurde das Thema von zahlreichen Medien aufgegriffen. Als betroffener Kunde von Carna Grischa beziehen die ZFV-Unternehmungen hierzu Stellung.

Geschäftsbeziehung mit Carna Grischa beendet
Die ZFV-Unternehmungen haben die Lieferungen von Carna Grischa nach Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe gestoppt und die Zusammenarbeit beendet. Im laufenden Jahr haben neun von 153 ZFV-Betrieben Fleisch bei Carna Grischa bezogen. «Dies entspricht 1.5 % unseres gesamten Fleisch-Einkaufsvolumens», so Andreas Hunziker, CEO des ZFV. «In den ZFV-Betrieben kommt kein Fleisch von Carna Grischa mehr auf den Tisch.» Aufgrund des vom ZFV gepflegten Mehrlieferantensystems, das den Fokus auf den regionalen Einkauf legt, sind die allermeisten ZFV-Betriebe keine Kunden von Carna Grischa. Welcher Anteil der von Carna Grischa gelieferten Ware falsch deklariert war, wird derzeit von den Behörden abgeklärt. Gesundheitliche Risiken sind dem ZFV nicht bekannt.

Rechtliche Schritte und verschärfte Kontrollen geplant
«Aufgrund der vorliegenden Fakten verdichtet sich der Eindruck, dass wir von Carna Grischa böswillig und wiederholt getäuscht worden sind», so Andreas Hunziker, CEO des ZFV. «Wir bedauern diesen Vorfall ausserordentlich. Dass Carna Grischa uns mit falsch deklarierten Waren beliefert hat, ist inakzeptabel.» Der ZFV überprüfe daher rechtliche Schritte gegen Carna Grischa. Aktuell werden auch die internen Kontrollsysteme unter die Lupe genommen. Bereits heute überprüft jeder ZFV-Betrieb bei Warenannahme gemäss dem internen Qualitätshandbuch das gelieferte Produkt, den Lieferschein, die Etikette und die Verpackung. Bei Unregelmässigkeiten oder Fehlleistungen erfolgt eine Meldung an die Abteilung Einkauf am ZFV-Hauptsitz, die dann ein entsprechendes Prüfverfahren einleitet. Andreas Hunziker weiter: «Bei Fleisch sind die Qualität und die Herkunft besonders wichtig. Die Qualität können wir mit kontinuierlichen Kontrollen und Lieferantenaudits gut sicherstellen. Hingegen ist die Kontrolle von Herkunft und Artikeldeklarationen schwieriger. Wir überprüfen daher, inwiefern wir beim Fleisch mit zusätzlichen Laborkontrollen allfällige Schlupflöcher stopfen können.»

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